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Chronik

Salzgitter-Ohlendorf-Nienrode
Salzgitter-Nienrode, Gut
 
Als Aldendorp 1147 gegründet. Die Schreibweise wechselt ständig AL- und Ol- (Ohl). Laut H. Blume kommt Ohlendorf nicht vom "Alten Dorf". Die Silbe Al findet man bei Orten, die in oder an feuchten Niederungen angesiedelt waren. Dies trifft auch auf Ohlendorf (Sumpfdorf) zu. Es lag am Rande der größten Wasserfläche im Amte Liebenburg, dem Mahner Teich/Teichmühle.
 
Mitte des 12. Jh. erbauten die Bewohner mit Genehmigung des Archediakons zu Barum eine eigene Kirche, die mit einem Hof und 2 Hufen Land (60 Morgen = 15 ha) ausgestattet wurde.
 
"Im Namen der heiligen Dreieinigkeit. Die Wahrheit dieser Bestätigung wird im ganzen Umfang bekräftigt. Bernhard von Gottes Gnaden Bischof der Hildesheimer. Es sei bekannt der Gemeinschaft der Gläubigen, daß die Einwohner des Dorfes, welches heißt Alpendorp nach langem Bitten mit unserer Erlaubnis und Zustimmung des Erzbischofs Odolrik (Ulrich) eine Kirche dem Herrn in ihrem Dorfe erbaut haben und zum Zweck ihres Bestehens mit zwei Hufen, die ebenfalls dort liegen, und mit einer Hofstelle beschenkt und von der Kirche Flothede (Flöthe), zu der sie nach dem Recht der Christenheit gehörten, sich getrennt haben, so daß sie hinfort alle geistliche Versorgung von innerhalb ihres Dorfes errichteten Kapelle empfangen, und in allen Stücken ihr frei dienen, außer daß die Synode in der Mutterkirche Berem (Barum) fleißig kommen, und wenn die Notwendigkeit eintreten sollte, bei der Renovierung oder Erweiterung der Kirche Flothede oder bei der Beschaffung von Büchern, ländlichen oder anderen Utensilien selbstgemäß ihrer Fähigkeit und dem Gesetz der anderen Dörfer, die dorthin gehören, ganz ergebene Unterstützung leisten. Außerdem sollen sie einen Priester, der zum Gottesdienst tauglich ist, nach eigenem Wille, woher sie ihn auch immer wollen, sich beschaffen. Zum Andenken an diese Ablösung haben sie sich nun in frommer Weise verpflichtet, 8 Solidi mit eigener Hand in jedem Jahre zu geben und gelobt, innerhalb 4 Jahren um diese abzulösen, einen Huf, der ebensoviel Wert ist, zu beschaffen. Damit aber alles, was wir vorher gesagt haben, unverändert bleibe, haben wir es durch Aufdrücken unseres Siegels bekräftigt. Gegeben Hildesheim im Jahre der Geburt Christi 1147".
 
Führend bei der Gründung Ohlendorfs war der am Ortsrand liegende Walhof (Wal = Kampf). auch Sattel- oder Ritterhof genannt, wie ihn fast jedes Dorf hatte. Er war der Führer, Polizei und Soldadeska. Der Hof war durch einen Wall aus Palisaden gesichert und bot den Dorfbewohnern in Kriegszeiten und den oft vorkommenden Überfällen, Zuflucht und Schutz. In Ohlendorf handelte es sich um den sogenannten Schafmeisterhof, unmittelbar neben der Kirche gelegen. Heute steht eine in den Jahren 1870/71 erbaute Kirche im Ort.
 
Der berühmteste Sohn Ohlendorfs ist Wilhelm Wasmus, dessen Name auch eine Straße im Dorf trägt. 1880 als Sohn eines Bauern geboren, wurde er 1906 im Konsulatsdienst des deutschen Reiches in Persien eingesetzt. Durch seine guten Beziehungen zu den Stammesoberen des Landes nutzte er im 1. Weltkrieg die Abneigung dieser gegen die britischen Herrschaftsansprüche. Es gelang ihm, die Bevölkerung gegen die Engländer in Aufruhr zu bringen, und dadurch konnte er starke englische Militärkräfte in diesem Raum binden. Daß er den Engländern ein unbequemer Gegner war, bezeugt schon die hohe Fangsumme von 400 000 Mark, die sie auf ihn ausgesetzt hatten. Konsul Wasmus starb 1931 und ist in seinem Heimatdorf beigesetzt worden.
 
Bereits Ende des 12. Jh. hatte das Kloster Dorstadt Besitz in "Niegenroth". Der kleine Ort wurde im 14. Jh. immermehr ein Vorwerk des Klosters, dem 1325 auch die Kapelle von Nienrode, die bislang zu Gielde gehörte, unterstellt worden. Nach der Säkularisation (Verweltlichung) des Kloster Dorstadt kam Nienrode in den Besitz der Familie Lüntzel. Seit 1913 gehört Nienrode auch kirchlich zu Ohlendorf.